Wiederholter nächtlicher Harndrang


Grund für schlaflose Nächte?
Wiederholter nächtlicher Harndrang

Die meisten sehen ihn als notwendiges Übel: den nächtlichen Gang zur Toilette. Doch Experten verstehen wiederholten Harndrang zu nachtschlafender Stunde als Krankheitssymptom. Wer die Ursachen rechtzeitig abklärt, erspart sich schlaflose Nächte.

Nächtlicher Harndrang – mehr als eine Alterserscheinung

Er gilt als typische Alterserscheinung bei Männern: wiederholter nächtlicher Harndrang (Nykturie). Doch auch jüngere Menschen kennen dieses Leiden. Bei den 20- bis 40-Jährigen treibt es nachts fast jeden sechsten mehrmals aus dem Bett. In dieser Altersklasse sind mehr Frauen als Männer betroffen.

Nykturie bei älteren Patienten

Im Alter nimmt die Leistungsfähigkeit der Harnwege nach. Das Fassungsvermögen der Blase sinkt, die Schließmuskeln verlieren an Kraft und die Blasenmuskeln erschlaffen. Erschwerend treten beim Mann häufig eine Prostatvergrößerung, bei der Frau eine Gebärmuttersenkung hinzu. All diese Faktoren begünstigen eine Nykturie, sind aber oft nicht alleinige Auslöser. 

Die vielfältigen Ursachen der Nykturie

Grundsätzlich kommen für den nächtlichen Harndrang drei Ursachen in Frage:  wie Probleme „im Bereich der Urinproduktion sowie im System der Speicherung und Ableitung des Harns“, erklärt Prof. Dr. Stephan Roth, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Wuppertal. Unter anderem entsteht eine Nykturie in Folge von Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Übergewicht und das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom.

Schlaflose Nächte bleiben nicht folgenlos

Kein anderes Phänomen raubt so vielen Menschen den Schlaf wie die Nykturie. Die Folgen des regelmäßigen Schlafentzugs reichen von Müdigkeit, Konzentrationsstörungen über Stürze und Knochenbrüche bis hin zu Depressionen. Herzkranken entzieht die Nykturie sogar kostbare Lebenszeit. Fest steht: Nykturie ist eine ernstzunehmende Erscheinung mit oft schwerwiegenden Folgen und Ursachen. Sie verlangt in jedem Fall nach einer gründlichen medizinischen Abklärung.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V.

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